Wenn die Sporen wachsen
Â
Bei Schimmel und Feuchtigkeit weiß Jürgen Adolphs Rat
Der Fachmann und TÜV-geprüfte Sachverständiger Jürgen Adolphs hat Antworten auf alle wichtigen Fragen zum Thema Pilzbefall in Innenräumen.
Â
Wann findet der Schimmelpilz in Wohnräumen die optimalen Lebensbedingungen vor?
![]() |
| Vom TÜV zertifiziert: Jürgen Adolphs sorgt dafür, dass seine Kunden ein gesundes Raumklima genießen können. |
Adolphs: Wenn die in den Wohnungen entstehende Feuchtigkeit nicht entweichen kann, ist das eine
Voraussetzung, die den Befall begünstigen kann. Das Thema Pilzbefall ist allerdings so komplex, dass
man es kaum im Allgemeinen beantworten kann. Auch über das Thema Allergien kann man nicht
verallgemeinernd sprechen. Ob es letztlich die Psychologie ist, wegen der der Betroffene
gesundheitliche Probleme bekommt oder wirklich der Schimmelbefall, kann nur sehr schwer
nachgewiesen werden.
Â
Wie gehen Sie beim Kundenbesuch vor?
Adolphs: Ich untersuche im Einzelfall ganz genau die Bauweise, die Wärmedämmung und auch das Baumaterial
des Gebäudes. Außerdem schaue ich mir das Wohnverhalten der Bewohner an. Wie oft und wie lange
sind sie zu Hause? Wie oft nutzen sie warmes Wasser? Wie oft und wie lange lüften sie? Welche
Raumtemperatur wird bevorzugt?
Â
Wie kommt die Feuchtigkeit in die Wohnung?
Adolphs: Warme Luft speichert mehr Wasserdampf als kalte. Wenn die warme und feuchte Luft dann abkühlt,
kann sie den Wasserdampf nicht mehr halten und es bilden sich Tau und Nebel, sobald die warme,
feuchte Raumluft auf kalte Wandbereiche trifft. In einem normalen Haushalt fallen täglich mehrere Liter
Wasserdampf an. Der entsteht beim Kochen, Duschen oder Putzen.
Â
Wie kann Schimmelpilz in der Wohnung vermieden werden?
Adolphs: Es kommt auf die richtige Kombination von Heizen, Lüften und Dämmen an. Darum werden zur
Prävention ganz individuelle Vorgehensweisen entwickelt, die auf das Gebäude und seine Bewohner
abgestimmt sind. Wichtig dabei ist, dass auch wir uns immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung
halten, um die Kunden optimal beraten zu können. Haben wir allerdings den Eindruck, dass die
Sanierung für die Kunden unendlich teuer wird müssen wir manchmal abraten. Dann suchen wir z. B. mit
Baubiologen oder Gutachtern andere Lösungen, um dem Kunden zu helfen.
Â
Wie gehen Sie gegen den Schimmelpilzbefall vor?
Adolphs: Wir behandeln den Befall auf traditionelle Weise etwa mit anorganischen Materialien.
Â
Den Pilz abzukratzen und die Oberfläche neu zu streichen, reicht nicht?
Adolphs: Nein. Denn unter der neu aufgebrachten Farbe wachsen die Schimmelpilzsporen weiter. Sie entwickeln
sich dort so, wie bei einem Menschen der Schweiß, wenn er mit einem Regenmantel in die warme
Sonne gerät.
Â
Â
Quelle: 13.03.2010 Oberbergische Volkszeitung - Heinen Verlag GmbH, Köln
Autorin und Fotografin: Katja Hoppe




