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Gefahrenherd für Gesundheit und Gebäude einen Riegel vorschieben

Gefahrenherd für Gesundheit und Gebäude einen Riegel vorschiebenVon rund 900 zufällig ausgewählten Wohnungen in Nordrhein-Westfalen weisen etwa 21 Prozent sichtbare Feuchteschäden auf, bei acht Prozent davon sind Schimmelpilzschäden auszumachen - so das alarmierende Ergebnis der landesweiten Auswertung einer repräsentativen Wohnungsstudie des Universitätsklinikums Jena, das die Verbraucherzentrale NRW jetzt zum "Herbst-/Winterthema" macht: "Schimmelsporen können gefährliche allergische Reaktionen wie Schnupfen und Bindehautentzündung oder auch Asthmaanfälle hervorrufen", warnt sie, die unliebsamen Mitbewohner zu unterschätzen: "Zudem können feuchte Wände und Pilzbefall die Bausubstanz schwer schädigen." Weil sich Pilze vor allem bei herbstlichen Übergangstemperaturen und in der kalten Jahreszeit einnisten, gibt sie Mietern und Eigentümern die folgenden Tipps, um dem Einzug der schädlichen Untermieter erfolgreich einen Riegel vorzuschieben:

Feuchtigkeit weglüften: In jedem Haushalt wird in großen Mengen Wasserdampf produziert und von der Luft aufgenommen, in einem Drei-Personen-Haushalt können pro Tag zwischen sechs und 14 Liter Wasser freigesetzt werden. Diese Feuchtigkeit bietet einen idealen Nährboden für Schimmelpilze, wenn sie nicht weggelüftet wird, sondern sich an den kühlen Flächen der Wohnung niederschlägt. Mehrmals täglich für einige Minuten bei ganz geöffnetem Fenster zu lüften, sodass Durchzug entsteht und die Luft schnell ausgetauscht wird, ist deshalb ein Muss. Dauerlüftung durch Kippen des Fensters ist dafür kein Ersatz, sondern schafft noch zusätzliche Probleme. Denn rund ums Fenster kühlen die Wände aus und können schimmeln - von erhöhten Heizkosten ganz zu schweigen. Wenn nach dem Duschen, Baden oder durch das Kochen größere Dampfmengen entstanden sind, wird am besten sofort gelüftet. Ein einfaches elektronisches Hygrometer hilft, die Luftfeuchtigkeit zu ermitteln: Zeigt es mehr als 6O Prozent relative Luftfeuchtigkeit, sollte unbedingt gelüftet werden.

Richtiges Heizen: Damit Pilzen und Sporen der Einzug verwehrt wird, ist eine Raumtemperatur in Wohnräumen zwischen 19 und 21 Grad Celsius empfehlenswert. Gleichmäßiges Heizen ist wichtig, der Temperaturunterschied zwischen den Räumen sollte nicht mehr als 5 Grad Celsius betragen. Kühlere Räume wie zum Beispiel das unbeheizte Schlafzimmer sind wie ein Kühlschrank zu behandeln: Die Tür zu wärmeren Räumen ist tagsüber geschlossen zu halten. Beim Verlassen der Wohnung sollte die Heizung nicht abgestellt, sondern nur um etwa 2 bis 3 Grad Celsius abgesenkt werden.

Richtige Materialwahl bei Wandanstrichen und Innenausstattung: Acryl- und Latexfarben sowie versiegelte Oberflächen von Möbeln nehmen keinen Wasserdampf auf und erhöhen daher das Risiko, dass die Feuchtigkeit auf kalten Oberflächen kondensiert. Möglichst diffusionsoffene Anstriche und Materialien sind deshalb empfehlenswerte "Untermieter".

Mechanische Lüftungsgeräte: Für Berufstätige, die tagsüber nicht zu Hause sind, ist der notwendige häufige Luftwechsel durchs Öffnen der Fenster kaum zu bewerkstelligen. Durch den Einbau mechanischer Lüftungsgeräte kann Abhilfe geschaffen werden: Diese Geräte sorgen für die notwendige Grundlüftung, verbessern die Luftqualität und senken das Schimmelrisiko. Eigentümer, die eine Modernisierung planen, sollten sich über Kosten, Nutzen und Einsatzbedingungen der unterschiedlichen Anlagentechniken informieren - insbesondere dann, wenn der Wohnraum vermietet wird.

Dämmung der Außenbauteile durch Haus- und Wohnungseigentümer: Vor allem in der kalten Jahreszeit sind schlecht gedämmte Außenbauteile ein wahrer Anziehungspunkt für Pilze und Sporen. Denn wenn sich die Feuchtigkeit an den kalten Außenwänden niederschlägt, finden sie hier idealen Nährboden. Dunkle Flecken an Wohnungswänden und Zimmerecken trotz ausreichender Beheizung und Lüftung sind dann die Folgen der unzureichenden Wärmedämmung. Hier hilft auf Dauer nur, dass Haus- und Wohnungseigentümer eine Instandsetzung mit fachgerechter Wärmedämmung vornehmen. Denn die hebt die raumseitigen Wandtemperaturen und senkt damit auch das Schimmelrisiko.

Luftdichtigkeit: Eine luftdichte Gebäudehülle verringert Heizenergieverluste, verbessert den Wohnkomfort und verhindert die Kondensatbildung in der Dämmkonstruktion, allerdings nur dann, wenn die Abdichtung wirklich lückenlos erfolgt. Durch spezielle Tests können Undichtigkeiten als Ursache für Schimmelbildung aufgespürt und dann entsprechende Nachbesserungen eingeleitet werden.
Ausführliche Informationen zum Thema enthält der Ratgeber "Feuchtigkeit und Schimmelbildung" der Verbraucherzentrale NRW. Selbstabholer erhalten ihn in allen Beratungsstellen für 5,80 Euro.

 

Per Post kommt er für zusätzlich 2,50 Euro für Porto und Versand auch gegen Rechnung ins Haus. Bestelladresse: Versandservice der Verbraucherzentralen, Adersstr. 78, 40215 Düsseldorf. Oder unter:

Broschüre der Verbraucherzentrale NRW [vz-nrw.de]

Quelle: www.remmers.de


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