Ziegelsteinwand mit Horizontalsperre

Energetische Innensanierung: Der sparsame Weg ins Trockene.

Von vielen Architekten und Bauherren wird ein Sanierung von Innen kategorisch abgelehnt:

“Die Innenwand kann nicht mehr atmen”, “Das führt zur Schimmelbildung”.

Dieses schlechte Bild der Innensanierung mag aus Erfahrungen entstanden sein. Für gewöhnlich beruht es jedoch auf einer unzureichenden Analyse des Bauwerks sowie mangelhafter Bauplanung- und Ausführung.

Dabei hat die Innensanierung (bzw. Innendämmung) einige entscheidende Vorteile für Hausbesitzer und das durchführende Fachunternehmen für Bautenschutz.

Wichtigster Punkt: Großes Sparpotenzial durch Verringerung von Energieverbrauch und CO2 Ausstoß. Oft ist eine nachträgliche Innendämmung die einzige Möglichkeit dies zu erreichen.

Außerdem verläuft die Sanierung oft sauberer und unkomplizierter.

Auf ein aufwendiges Ausschachten des Gartens zur Freilegung der Außenwand kann oft verzichtet werden. Voraussetzung dafür ist, dass die erdberührten Wände keine Undichtigkeit aufweisen.

 

Bauliche Voraussetzungen einer Innendämmung

Bei der Durchführung Innendämmung mit Hilfe einer trennenden Ständerwand und dazwischenliegenden diffusionsoffenen Wärmedämmstoffen gibt es wichtige Bautechnische Dinge zu beachten. Dies sind für die nachhaltige Wirkung der Innendämmung essenziell.

  1. Als innenseitiger Abschluss muss unbedingt eine richtig dimensionierte, diffusionshemmende Schicht – früher als Dampfbremse bezeichnet – gewählt werden.
  2. Diese Schicht muss weiterhin einen luftdichten Anschluss an alle eingebundenen Bauteile haben. Das gilt auch für Steckdosen und ähnliche Anschlüsse.So kann kann keine warme, feuchte Raumluft hinter die Wärmedämmung gelangen und dort an der kalten Außenwand kondensieren.

Dieses Vorgehen stellt sich in der Umsetzung jedoch oft schwierig dar, da die Vorbereitung des Raumes (Heizkörper abmontieren, Steckdosen vorbereiten) mühsam und fehleranfällig ist. Außerdem gehen i.d.R. 100mm Raumbreite verloren.

Alternativ können kapillaraktiven Wärmedämmstoffe (Kalziumsilikat, Mineralschaum oder Korkdämmlehm) zur Innendämmung genutzt werden. Diesen werden als Klimaplatten (IQ-Therm) verarbeitet.

Diese kapillaraktiven Stoffe können das kondensierte Wasser in großen Mengen aufnehmen und wieder in den Innenraum abgeben. Dort kann die Feuchtigkeit dann bei ausreichender Lüftung und Beheizung wieder abgeführt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbaut sehendie IQ-Therm Platteb so aus. Wichtig ist beim Einbau die richtige Untergrundvorbereitung.

 

Weiterhin wichtig ist, diese Innendämmungs-Konstruktion nicht mit dichten Tapeten oder organischen Anstrichen zu versehen. Die darin enthaltenen Inhaltsstoffe ändern die bauphysikalischen Eigenschaften der Dämmung, wodurch die Wirkung behindert wird und unter Umständen ein perfekter Untergrund für Schimmel entsteht.

 

Kombinierter Schutz vor Feuchtigkeit von außen: Innendämmung und Fassadenbehandlung

Eine professionell angefertigte Innendämmung schützt Ihre Wände zuverlässig vor feuchter Raumluft und Schimmelbildung – jedoch ist sie anfällig gegenüber Nässe, die durch starken Regen von außen eindringt. Daher muss die Fassade für eine dauerhaft wirkende Innendämmung unbedingt mit in die Planung einbezogen werden. Sie sollte, sofern noch nicht geschehen, so behandelt werden, dass sie wasserabweisend ist (diffusionsoffene Hydrophobierung).

Als Schlagregenschutz empfehlen sich z.B. siloxane, farblose Stoffe.

 

Die richtige Untergrundvorbereitung für eine erfolgreiche Innendämmung

Oftmals werden Wärmedämmplatten noch mit stützenden Batzen auf unebenem Untergrund angebracht. Davon müssen wir vehement abraten. Ist der Untergrund uneben, besteht das große Risiko, dass die Innenraumluft problemlos hinter die Wärmedämmplatten gelangt. Dort kann die feuchte Raumluft kondensieren. Das Ergebnis – Schimmel und Einfall von Tauwasser zwischen und Innendämmung und Mauerwerk.

Daher ist die richtige Untergrundvorbereitung erfolgskritisch für eine nachhaltige und effektive Innendämmung. Alter Gipsputz und ggf. Reste der alten, unzulänglichen Dämmung müssen sorgfältig entfernt werden. Je nach Bedarf, kann man die Oberfläche im Anschluss durch einen Glattstrich weiter ebnen. Erst danach sollten die Wärmedämmplatten auf die Wand verklebt werden.

 

 

 

 

 

 

 

Hier haben wir, vor dem Anbringen einer neuen Innendaemmung, die Ansatzpunkte deralten, undichten Innendaemmung entfernt.

 

Bei allen Wärmedämmmaßnahmen mit einer zusätzlichen Dämmschicht muss besonderes Augenmerk auf die Vermeidung von Wärmebrücken gelegt werden. Diese treten typischerweise an Fensterlaibungen und Heizungsnischen auf und leiten die Raumwärme schneller nach außen als angrenzende Bauteile. Oft werden diese erst durch die Anbringung einer professionellen Dämmung “aktiviert”, da nun die schlechte Verbauung der Fenster deutlich wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein klassisches Beispiel für eine Wärmebrücke in Fensternähe.

 

Um Schimmelbildung zu vermeiden, müssen potenzielle Wärmebrücken also unbedingt mit in das Konzept der Innensanierung einfließen.

 

Unser Fazit – Feuchteschutz vor Wärmeschutz

Eine energetische Innensanierung schützt Ihre Immobilie nachhaltig vor Feuchtigkeit und sorgt für angenehmes Raumklima.

Außerdem senkt Sie Ihre Energiekosten deutlich, da weniger Wärme verschwendet wird.

Da die Auswahl von Materialien und Methoden sehr groß ist, wird eine Innendämmung nur unter Beratung eines erfahrenen Sachverständigen für Schimmelpilzerkennung (TÜV) zu einer dauerhaften Lösung.

Unser Motto ist: Feuchteschutz vor Wärmeschutz.

Nur ein dauerhafter Schutz vor Feuchtigkeit und Schimmel ist eine gute Grundlage, um die Vorteile einer effizienten Wärmedämmung zu genießen.

Sie möchten wissen ob eine energetische Innensanierung auch bei Ihnen möglich ist?
Gemeinsam beantworten wir Ihre Fragen – ich freue mich auf Ihren Anruf.

 

Sie möchten auch von den Vorteilen einer energetischen
Innensanierung profitieren?
Gemeinsam beantworten wir Ihre Fragen - ich freue
mich auf Ihren Anruf.

Über den Autor

Jürgen Adolphs

TÜV-Sachverständiger für Schimmelerkennung und Bauwerksschutz und Geschäftsführer der Adolphs Bautenschutz GmbH.

Herzlich Willkommen

In unserem Haus-Blog schreibe ich rund um meinen Berufung: Trockener Wohnraum für jedermann. Sie finden hier Tipps zur Vermeidung von Feuchtigkeit und Schimmel und Hintergrundwissen über Immobilien allgemein. Von Souterrainwohnung bis Energiesparen - Ich hoffe Sie können etwas nützliches mitnehmen.