Schimmel in der Souterrainwohnung

Über den Autor

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Jürgen Adolphs ist TÜV-Sachverständiger für Schimmelpilzschäden & Bauwerksschutz sowie Geschäftsführer seines gleichnamigen Bauunternehmens.

Warum habe ich Schimmel in meiner Souterrainwohnung?

Wenn Sie Schimmel in der Souterrainwohnung haben, ist immer zu hohe Luftfeuchtigkeit der Grund. Dadurch, dass Ihre Wohnung unter der Erdoberfläche liegt, herrscht ein anderes Raumklima.

Demgemäß ist die Wohnung im Sommer  angenehm kühl, da die warme Luft nach oben steigt. Im Gegensatz dazu, sind Souterrainwohnungen im Winter oft wärmer, da das Erdreich als Dämmung wirkt.

Diese beiden Prinzipien, sollte man als Bewohner immer im Hinterkopf haben.
Denn meistens gibt es 2 Ursachen für Schimmel in der Kellerwohnung.
Entweder verbesserungsbedürftiges Lüften, oder fehlende bzw. fehlerhafte Abdichtung.
Oft ist es eine Mischung der beiden.

Souterrainwohnung in Köln_15
Eine Souterrainwohnung muss mit Bedacht belüftet werden

Während des Sommers, ist der Schimmel meistens die Folge von falschem Belüften der Bewohner. Beim lüften kommt warme Luft in die Wohnung und kondensiert an den kalten Wänden der Souterrainwohnung. Das Wasser wird in die Luft abgegeben.

Wird im Sommer also während der warmen Mittagstunden gelüftet, steigt die Luftfeuchtigkeit. Dieses Phänomen nennt man Sommerkondensat.

Die Souterrain-Bewohner sollten an warmen Sommertagen also am besten morgens oder abends lüften. Also dann, wenn die Luft noch frisch oder wieder abgekühlt ist.

Schimmel in der Souterrainwohnung durch fehlende Abdichtung

Der zweite Grund für Schimmelpilz im Souterrain ist eine mangelnde Abdichtung der Wände. Ist dies der Fall, hilft auch vorbildliches Lüften nicht mehr – die Feuchtigkeit dringt durchs Mauerwerk ein, nicht die Fenster.

Fehlt den Außenwänden eine richtige Abdichtung, kann die natürlich vorkommende Feuchtigkeit im Erdreich leicht in die Wände eindringen. Das macht sich dann mit fiesen Flecken, nassen Decken oder (je nach Akutheitsgrad) Wasserpfützen bemerkbar.

Im Grund genommen ist eine fachgemäße Abdichtung der Wände also das A-und-O gegen Schimmelbildung. Außerdem spielt auch die Abdichtung der Fenster- und Terassenanschlüsse eine Rolle. (Falls vorhanden natürlich.) Diese werden nämlich oft vernachlässigt. 

Schimmel am Fensterrahmen
Wenn Sie Schimmelbildung an diesen Stellen haben, fehlt wahrscheinlich eine richtige Abdichtung der Fenster

Diese Stellen am Fensterrahmen sind Klassiker für das Auftreten von Wärmebrücken. Wärmebrücke sind  Stellen, an denen warme Luft leicht nach draußen gelangt. Als Folge dessen, kühlen diese Stellen schnell aus und Schimmel wird begünstigt.

Abschließend, sollten Sie auch die Abdichtung der Decken mit beachten. Dies ist besonders relevant, sollten Die darüberliegenden Räumlichkeiten nicht gegen Feuchtigkeit geschützt sein. Oftmals kommt es vor, dass Wasser dann von oben nach unten sickert. Hierdurch, kann die Souterrainwohnung dann auch in Mitleidenschaft gezogen werden.

Was tun um Schimmel zu vermeiden?

Was können Sie jetzt  konkret tun, um den lästigen Schimmel loszuwerden?

Ungeachtet dessen, ob Sie selber Bewohner sind oder die Souterrainwohnung vermieten, sind folgende Schritte immer sinnvoll:

  • Das Lüftungsverhalten der Bewohner sollte, wie oben beschrieben, verbessert werden. 
  • Bei kleinerem Schimmelbefall: Vorläufige Entfernung mithilfe eines Schimmelentferners
  • Eine energetische Innendämmung kann Wärmebrücken ein Ende setzen. Vorrausetzung ist eine vorhandene, funktionierende Abdichtung.
  • Eine nachträgliche Abdichtung der Kellerräume. Je nach Zustand des Mauerwerks & der Bausubstanz, führt hier kein Weg dran vorbei.

Falls Sie Mieter sind und Ihr Vermieter etwas störrisch: Fangen Sie mit Tipp 1 und 2 an und schauen, ob Ihr verbessertes Lüften bereits etwas bewirkt. Falls der Schimmel trotz Entfernung und guter Lüftung zurückkommt, sollten Sie auf Ihren Vermieter zugehen.

Denn in diesem Fall, sollte dringend saniert werden um weitere Schäden und Leerstand der Wohnung zu vermeiden.

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